Verband

Die DGSL – Ein Überblick

Bereits Anfang der 80ziger Jahre boten einige engagierte Trainer suggestopädischen Unterricht an und verschiedene Institute warben mit ihren Superlearning Kursen. Allerdings wurde das Bild der Suggestopädie durch unseriöse Anbieter negativ gefärbt, die mehr auf lukrative Einnahmen als auf Qualität achteten. Aber auch viele Pädagogen standen dieser neuen Methode kritisch gegenüber. Am Rande eines GABALSymposiums über Biologisch sinnvolle Konzeptionen für die Weiterbildung trafen sich interessierte Menschen aus den verschiedensten Anwendungsgebieten und diskutierten die Möglichkeiten, der Suggestopädie in Deutschland eine breitere Akzeptanz zu verschaffen.
Die offizielle Vereinsgründung

Nach längeren Vorbereitungsdiskussionen wurde am 18. Januar 1987 in Siegen die Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen (DGSL) gegründet. Die Presse berichtete damals über die neue Gesellschaft, die sich die Verbreitung und Erforschung der Suggestopädie zum Ziel gesetzt hat. Damit war die Aufgabenstellung recht gut benannt. Etwa zeitgleich gründete sich die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Suggestopädie (DGWS) – deren Mitglieder Themen wie Forschung, Qualität der Ausbildung und konzeptionelle Ausrichtung in den Richtlinien der DGSL nicht verwirklicht sahen.
Die Konzeption der DGSL war darauf ausgerichtet, möglichst schnell Kreativfilialen aufzubauen. Regionalgruppen also, die vor Ort Mitglieder betreuen, Veranstaltungen organisieren und somit ein flächendeckendes Netzwerk aufbauen sollten.
Auf dem ersten Jahrestreffen kamen DGSL und DGWS zusammen. Rasch steigende Mitgliederzahlen, verstärkte Außenkontakte, z.B. zu den Kultusministerien, bedeuteten für den jungen Verein eine Intensivierung der Arbeit. Inhaltlich wurde auf dieser Mitgliederversammlung versucht, die Suggestopädie klar zu definieren und sie gegen andere, vergleichbare Methoden abzugrenzen. Schon damals wurde klar, dass der von Lozanov – einem der Urväter der Suggestopädie – entwickelte Kreislauf nicht das einzige Kriterium sein könnte, das die Suggestopädie als pädagogische Methode auszeichnet.

Der stetige Aufbau

Die folgenden drei Jahre standen im Zeichen der Konsolidierung. Der Vorstand versuchte auf vielfältige Art und Weise, die Zielvorgaben der Mitgliederversammlung zu verwirklichen: regelmäßige Rundschreiben mit Erfahrungsberichten, nützlichen Terminen und Adressen, aber auch kritischen inhaltlichen Auseinandersetzungen hielten die Mitglieder über die Entwicklungen auf dem Gebiet des ganzheitlichen Lernens auf dem laufenden.
Eine Ausbildungskommission wurde ins Leben gerufen, um Empfehlungen für eine Grund- und Aufbauausbildung bzw. Trainerausbildung für SuggestopädInnen zu entwerfen.

Schon zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, wie wichtig die Kreativfilialen sind. Auf den regelmäßigen regionalen Treffen sorgen thematische Schwerpunkte mit eingeladenen Referenten für eine intensive Diskussion, und auch der Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen schafft einen starken Verbund der Mitglieder untereinander.
Allgemein verstärkt sich in diesen drei Jahren das Angebot von suggestopädisch ausgerichteten Kursen, sowohl in verschiedenen Instituten, als auch in öffentlichen Bildungseinrichtungen.

Die Jahresversammlung der DGSL im November 1990 in Nürnberg wartete mit einer Neuerung auf, die auf den folgenden Jahresversammlungen noch ausgebaut wurde: die offizielle Mitgliederversammlung wurde eingebettet in ein Wochenende mit Workshops, Trainings und anderen Veranstaltungen, die den Mitgliedern und pädagogisch Interessierten die verschiedenen Aspekte der Suggestopädie praktisch und anschaulich vorführen sollten. Ein Konzept, das sich in den folgenden Jahren behauptete und immer attraktiver gestaltet wurde.

Mit dem Anwachsen der Mitgliederzahlen, durch das Engagement von Menschen aus sehr verschiedenen Arbeits- und Lebensbereichen und durch differenzierte Themenstellungen gestalteten sich auch die Diskussionen vielschichtiger. Die Meinungen um Sinn und Zweck von Ausbildungsempfehlungen, pädagogische Qualitätssicherung und Trainerqualifikationen gehen in der DGSL weit auseinander. Der schwierige Prozeß des Nachdenkens, der konstruktiven Kritik und auch der Umsetzung hat bereits begonnen. Und auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig der Austausch unter den Mitgliedern war und ist.
Die DGSL ist inzwischen – nach kurzer Aufbauzeit – zu einem wichtigen Forum für alle SuggestopädInnen geworden. Zu einem Forum, in dem verschiedene Meinungen nebeneinander existieren können – und auch sollen. Denn erst durch Kontroversen und regen Austausch bei den regionalen Treffen, in den Kreativfilialen, bei den Jahresversammlungen entwickelt sich die Suggestopädie – entwickeln wir uns auch selbst weiter.

1991 verabschiedete die DGSL ihre ersten Ausbildungsempfehlungen. Im selben Jahr begann ein Forschungsprojekt der DGSL in Zusammenarbeit mit der Universität München und der Siemens AG. Auch im Schulbereich sind inzwischen viele Schulräte und Minister der Suggestopädie gegenüber offener und positiver eingestellt – der Anfang eines Einstellungswandels?
Der erste große internationale Kongress, den die DGSL in Braunschweig organisierte, forcierte die Diskussion um die Suggestopädie und ihre Methoden und verschaffte unserem Verband eine große interessierte Öffentlichkeit.
Eine Datenbank über die jeweilige Arbeit unserer Mitglieder unterstützt die Vernetzung unter den SuggestopädInnen.

Ausblick und Perspektiven

Die Ausbildungskommission präsentiert 1993 einen Entwurf zur Trainerqualifikation. Vertreter aus verschiedenen Ländern diskutieren internationale Ausbildungsempfehlungen – als Grundlage dienen ihnen die von der DGSL ausgearbeiteten Richtlinien.

Angefangen hatte die DGSL mit einer kleinen Gruppe engagierter Menschen und mit der Absicht, die Suggestopädie in allen Bildungseinrichtungen zu verbreiten. Heute betreut die DGSL ca. 300 Mitglieder. Die Arbeit in den Regionalforen wird in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Die DGSL ist für viele ganzheitlich arbeitende PädagogInnen zu einer Anlaufstelle geworden – egal in welchen Anwendungsbereichen sie arbeiten – vielleicht auch, weil sie die engen Grenzen des Lozanovschen Suggestopädiebegriffs weiter gezogen hat.

Neue, zukunftsweisende ganzheitliche Lehr- und Lernverfahren fördern, schreibt die Satzung der DGSL. In diesem Sinne verläuft auch die Diskussion um die Weiterentwicklung und Öffnung der Suggestopädie hin zum ganzheitlichen Lehren und Lernen.

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    • DGSL e. V.

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    • 34117 Kassel
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